Das Vorstellungsgespräch – wenn die Bewerbung Türen geöffnet hat

Kommt die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch? Sobald eine Bewerbung verschickt wurde, folgt für dich das große Bangen. Nach quälenden Tagen, Wochen oder auch Monaten kommt sie dann, die lang ersehnte Rückmeldung der Unternehmen! Erhältst du die ersten Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch, ist die Freude naturgemäß groß. Eine Hürde ist genommen und das Interesse des Betriebs wurde geweckt. Der anfänglichen Freude folgt auf direktem Fuß die Nervosität:

Wie sieht die geeignete Vorbereitung aus?

Was gilt es alles beim Vorstellungsgespräch zu beachten?

Damit du also bestens für deine Termine mit den Personalern vorbereitet bist, gibt es von uns folgende Tipps:

Die perfekte Vorbereitung

  1. Termine über Termine

    Wann sich ein Betrieb bei dir mit der Rückmeldung zu deinen Bewerbungsunterlagen meldet, kannst du selbst nicht unbedingt beeinflussen. Deine Antwort hingegen schon. Zeige wirkliches Interesse an dem Unternehmen, gleichwohl es nicht dein Traum-Arbeitgeber ist, und bestätige möglichst rechtzeitig den Termin. Insofern du das Glück hast und sich zeitgleich mehrere potenzielle Arbeitgeber bei dir zurückmelden, plane die Termine genau: Beginne mit den Firmen, die für dich eher weniger interessant sind. Dort kannst du bereits Erfahrung bei den Gesprächen gewinnen und dich dadurch auf den favorisierten Arbeitgeber vorbereiten.

  2. Recherche – das A und O

    Bereits bei der Bewerbung zahlt es sich aus, wenn du Informationen zu dem jeweiligen Arbeitgeber gesammelt hast und diese mit einbaust. Im Vorstellungsgespräch wird diese Recherche durch bekannte Standardfragen (Bsp.: „Warum denken Sie, dass Sie zu unserem Unternehmen passen?“) abgefragt. Folgerichtig gilt es, dich mit vertiefender Hintergrundrecherche zu befassen – nicht nur über die Internetseite der Firma, sondern ebenfalls durch Informationen aus der Presse oder sozialen Netzwerken. Mache dir dazu Notizen und nimm diese anschließend mit zu deinem Gespräch!

  3. Dem Standard entgegentreten

    Da bereits die Standardfragen aufgegriffen wurden: Ja, es gibt sie in jedem Vorstellungsgespräch. Unendlich viele Foren informieren über sie und somit hast du die einmalige Gelegenheit: Finde heraus, welche Fragen in deinem Gespräch vorkommen können. Versuche aber nicht, im gleichen Zug Standardantworten zu geben! Diese würden nur zeigen, dass du dich nicht genug mit der Situation auseinandergesetzt hast. Versuche Antworten zu finden, die speziell etwas mit dir und deinem eigenen Werdegang zu tun haben.

  4. Auf großer Fahrt

    Denke einmal genau nach: Wie ärgerlich ist es für jemanden, wenn er eine Verabredung hat und die entsprechende Person zu spät kommt?
    Ebenso wie du dich in dem Moment ärgern wirst, werden auch Personaler ungehalten bei Verspätungen. Daher plane deine Anreise zu dem Gesprächstermin so, dass eventuelle Staus, Bus- oder Bahnverspätungen mit berücksichtigt werden und du nicht völlig außer Atem die Hand deines Gesprächspartners schüttelst. Insofern du eine längere Anreise hast und gegebenenfalls vor Ort eine Übernachtungsmöglichkeit benötigst, solltest du diese rechtzeitig buchen. Für diesen Fall kannst du dich ebenfalls bei dem Unternehmen erkundigen, inwiefern diese Kosten mitgetragen werden.

  5. Das richtige Outfit

    Bei einem Vorstellungsgespräch zählt, bereits vor jedem gesprochenen Wort, der erste Eindruck. Daher sollte deine Kleidung gebügelt und sauber sein. Ebenso reinlich wie die Kleidung sollte das Schuhwerk (keine Turnschuhe!) sein. Zu dem gepflegten Erscheinungsbild gehören zudem gepflegte Fingernägel sowie eine angemessene Frisur und keine windzerzausten Haare.

    Damit du wirklich sicher sein kannst, die richtige Wahl bei deinem Outfit zu treffen, kannst du dich zuvor bei dem Betrieb erkundigen. Nicht für jede Anstellung wird vorausgesetzt, dass du in einem Anzug erscheinst, einigen genügt ebenfalls eine ordentliche Jeans mit einem Hemd/einer Bluse sowie einem Jackett.

    Für Frauen ganz wichtig: in puncto Schmuck und Make-up ist weniger oft mehr. Andernfalls kann es schnell dazu kommen, dass du zu oberflächlich wirkst.

An dem großen Tag

Da du bereits deine Anreise zeitig geplant hast und das passende Outfit parat liegt, muss nun noch das eigentliche Gespräch ohne größere Probleme verlaufen. Dennoch wäre es ratsam, wenn du die folgenden Tipps mit berücksichtigst:

  1. Sympathiepunkte sammeln

    In einem Bewerbungsgespräch geht es nicht nur darum, dass deinen Hard Skills auf den Grund gegangen wird. Ebenso wird anhand deines Verhaltens geprüft, wie es um deine Soft Skills steht und ob du folglich mit ins Team passt.

    Aus diesem Grund solltest du darauf achten, zu jedem (wirklich jedem!) absolut höflich zu sein. Ganz egal, ob es sich um die Mitarbeiter am Empfang, in einem der Büroräume oder um den potenziellen Arbeitgeber handelt.

  2. Getränke annehmen

    Wenn dir während des Gesprächs ein Getränk angeboten wird, solltest du dieses annehmen – unabhängig von deinem eigenen Durst. Am besten wählst du (sollte die Frage gestellt werden) etwas ohne viel Kohlensäure aus, um ein etwaiges Aufstoßen zu vermeiden.

    Die Gründe dafür sind einfach: Zum einen stößt du damit niemandem vor den Kopf und kannst weitere Sympathien sammeln – Ablehnung mag schließlich niemand gerne. Zudem kannst du dir durch einen kleinen Schluck von deinem Getränk nach einer Frage Zeit für die Antwort verschaffen und verhinderst überdies einen trockenen Mund.

  3. Lächeln und Lachen ist erlaubt

    Natürlich ist ein Vorstellungsgespräch eine ernsthafte Situation für jeden Bewerber. Dennoch, hier geht es auch wieder in den Bereich Sympathiepunkte, darf ein Lächeln oder ein Lachen nicht fehlen. Dadurch zeigst du der Person oder den Personen dir gegenüber, dass du den Ernst der Lage verstehst, damit aber umgehen kannst.

  4. Die Körpersprache

    Du kannst das tollste und beste Outfit aller Zeiten bei einem Bewerbungsgespräch tragen – es wird deinem Gegenüber nicht auffallen, wenn du wie ein nasser Sack auf deinem Stuhl kauerst.

    Zudem zeigst du dem Personaler dadurch, dass du viel zu unsicher und von deinen eigenen Fähigkeiten nicht überzeugt bist – obwohl deine Bewerbung doch bereits so erfolgversprechend gewesen ist und du deswegen eingeladen worden bist.

    Aus diesem Grund: Achte auf deine Körperspannung, deine Gestik sowie deine Mimik. Denn bereits ohne ein Wort gesagt zu haben, verraten genau diese Merkmale viel über dich und dein Befinden.

  5. Notizen machen

    Bei dem Vorstellungsgespräch hast du die zuvor verfassten Notizen zur Hand, optimaler Weise direkt in einem kleinen Notizblock. Während des Bewerbungsgesprächs wird es für dich nützlich sein, wenn du dir entsprechend zu wichtigen Punkten weitere Notizen machst (nach Möglichkeit nicht mit einem Messekulli von der Konkurrenz).

    Dadurch ergeben sich gleichzeitig mehrere Vorteile: Du zeigst Interesse an dem Unternehmen und gewinnst dadurch direkt Pluspunkte. Des Weiteren kannst du mit deinen Aufzeichnungen das Gespräch im Nachhinein noch einmal Revue passieren lassen und für die kommenden Vorstellungsgespräche daraus lernen.

Zum Schluss

Insofern nichts anderes innerhalb des Bewerbungsgesprächs vereinbart wurde, solltest du dich 2 – 3 Tage nach dem Termin noch einmal per Mail für das Gespräch bedanken und dein bestärktes Interesse oder das entstandene Desinteresse an einer Anstellung bekunden.

Mit diesen Tipps sollte weder die Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch noch das eigentliche Gespräch schieflaufen.