Assessment Center – Der etwas andere Einstellungstest
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Assessment Center
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Von großen Konzernen gerne genutzt, von Bewerbern gefürchtet: Kaum ein Angestellter schafft es heutzutage, seine berufliche Karriere abzuschließen, ohne nicht einmal in den Genuss eines Assessment Centers – kurz AC –  gekommen zu sein. Doch so schlimm sich das auch anhört, alles ist machbar! Wie man mit einem Lachen auf dem Gesicht durch und aus dem AC geht, erfähren Sie hier.

Was ist ein Assessment Center?

Das Assessment Center (engl. to assess = einschätzen, bewerten) ist ein Personalauswahlverfahren, welches dazu dient, den Kandidaten ganzheitlich und in allen emotionalen Lagen betrachten zu können. Ein AC kann bis zu drei Tagen dauern und wird meist von großen Konzernen durchgeführt, da diese Prozedur doch recht zeit- und kostenaufwendig ist. Anders als bei einem normalen Bewerbungsgespräch ist man hierbei nicht alleine, sondern steht in direktem Vergleich mit bis zu 10 Mitbewerbern. Dieses etwas andere Auswahlverfahren wird nicht nur für höhere Jobs wie Manager und Führungskräfte verwendet, sondern durchaus auch für kleinere Jobs oder Volontariate.

Wie läuft ein Assessment Center ab?

Jedes AC ist anders. Jedes Unternehmen legt Wert auf andere Fähigkeiten oder Soft-Skills, von daher ist kein AC wie das andere. Nur wenige Firmen entwickeln die Tests dabei selber, meist engagieren sie eine professionelle Firma mit der Ausarbeitung. Oft beginnt der Tag jedoch damit, dass sich die Bewerber selber vorstellen, gefolgt von einer Gruppendiskussion über ein vorgegebenes Thema. Häufig folgt die sogenannte Postkorb-Übung. Diese Übung ist eine der typischen Assessment Center Aufgaben und besteht darin, dass der Bewerber zunächst eine Rolle zugewiesen bekommt und anschließend eine Box mit etwa 15-20 Briefen erhält, in welchen jeweils verschiedene Anforderungen und Aufgaben enthalten sind. Jetzt heißt es, Prioritäten setzen und entscheiden, was sofort erledigt werden muss, was an andere Kollegen weitergeben werden kann oder was auch später noch erledigt werden kann. Die Zeit ist stark begrenzt und die Übung ist oft gespickt mit weiteren Störfaktoren wie dem klingelnden Telefon oder nachgereichten Briefen. Stressresistenz, Entscheidungsfreudigkeit und Organisationstalent sind bei dieser Übung besonders gefragt. Typisch für diese Art Bewerbungsgespräch ist auch das Rollenspiel. Hierbei werden verschiedene Szenarien durchspielt, wie zum Beispiel ein Verkaufs- oder ein Mitarbeitergespräch.

Worauf kommt es an?

Jedes Unternehmen legt Wert auf andere Fähigkeiten und Kompetenzen, deshalb gibt kein allgemeines Erfolgsrezept. Hier finden Sie ein paar Dinge, die Sie allerdings beachten sollten:

  1. Erkundigen Sie sich über Ihren potenziellen Arbeitgeber.
    Eine gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete. Hiermit zeigen Sie Interesse an der zu vergebenen Stelle und der Firma, die hinter dieser Stelle steht. Weitergehend können Sie sich mit diesem Wissen auch eventuell von Ihren Konkurrenten abheben.
  2. Fachliche Kompetenz kann nie schaden.
    Es geht in einem AC nicht nur um die Persönlichkeit. Natürlich sucht die Firma nicht nur nach netten Arbeitnehmern sondern auch nach kompetenten Mitarbeitern, die wissen was sie tun. Es kann also nur hilfreich sein, sich vorher weitgehend über die Branche und die zu vergebene Stelle zu informieren.
  3. Die eigenen Stärken und Schwächen analysieren.
    Oftmals werden die Kandidaten bei Assessment Centern  nach den eigenen Stärken und Schwächen gefragt. Auf solch eine Aufgabe kann man sich im Vorhinein gut vorbereiten. Falls Ihnen nichts einfällt, fragen Sie doch einfach Ihre Freunde und Familie, diesen fällt sicher etwas ein. Kleiner Tipp: Die aufgezählten Schwächen sollten nicht allzu negativ sein.
  4. Nicht schauspielern!
    Seien Sie sie selbst! Eine Rolle zu spielen ist oft nur zu Beginn erfolgreich. Spätestens bei den Übungen, in denen die Stressresistenz der Bewerber getestet werden soll, können Sie die Rolle nicht aufrecht halten. Die Arbeitgeber suchen schließlich nach einem Angestellten, der wirklich zu ihnen passt.
  5. Ruhig bleiben!
    Einige der Übungen sind darauf ausgelegt, dass man sie nicht vollenden kann. Hier lautet die Devise: Ruhig bleiben, durchatmen und das Bestmögliche aus sich herausholen.
  6. Vorsicht Gabeltest!
    Eine eingerichtete Mittagspause ist nur teilweise dazu da, dass die Bewerber sich stärken können. Auch in der Pause steht man unter ständiger Beobachtung und sollte deshalb ein wenig auf seine Etikette achten. Vielleicht also doch zur Abwechslung mal die Pommes mit der Gabel essen.
  7. Sich nicht verunsichern lassen!
    Provokationen von Seiten der Firmenchefs stehen auf dem Tagesplan der ACs. Einfach nicht darauf eingehen. Sauer werden und schnippisch antworten ist nicht der Weg zum Ziel. Cool bleiben, lächeln und überdachte Antworten geben dagegen schon eher.
  8. Sich auch mal durchsetzen
    Bei bis zu zehn Bewerbern müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht untergehen. Vor allem in Gruppendiskussionen sollten Sie klar Ihre Meinung vorbringen und sich nicht von den anderen Kandidaten in die Ecke drängen lassen. Aber Vorsicht, stets höflich bleiben und auch die anderen Bewerber zu Wort kommen lassen.

Und nun viel Erfolg bei den Einstellungstests der ganz besonderen Sorte!

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