Bewerbungstipps Mit dem Finger auf die Karte zeigen und ein Ziel auswählen.

Veröffentlicht am August 15th, 2014 | von Fabian

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Bewerben im Ausland – So klappt der Berufseinstieg #3

Bewerben im Ausland

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AmerikaAsienAustralien

Unsere Serie zu Bewerbungen im Ausland geht in die dritte Runde. Fokus dieses Artikels sind drei Kontinente: Amerika, Asien und Australien. Worauf Sie bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen diesbezüglich achten müssen, erfahren Sie hier.

Amerika

USA / Kanada

In den USA sowie in Kanada wird zwischen Online-Bewerbungen und Bewerbungen, die auf dem postalischen Weg erfolgen, unterschieden.

Bei Online-Bewerbungen genügen ein Anschreiben (Cover letter) und der Lebenslauf (Resume).

Im Gegensatz dazu werden bei der schriftlichen Bewerbung weitere Dokumente mitgeschickt.

Dazu gehören:

  • Das Bewerbungsformular vom jeweiligen Unternehmen
  • Eine Referenzliste
  • Arbeitsproben
  • Zeugnisse/Bescheinigungen
  • Eine Tabelle mit einer Auflistung der Studienkurse und erbrachten Leistungen nach dem amerikanischen Noten-System

Der Cover letter ähnelt dem deutschen Motivationsschreiben. Es empfiehlt sich, eine DIN-A4-Seite nicht zu überschreiten. Wichtig ist es seine Qualifikationen und die Motivation für eine Anstellung in dem Unternehmen explizit herauszustellen. Um aus der Masse der Schreiben hervorzustechen, ist es nicht unüblich das Papier in einer dezenten Farbe oder einem dezenten Muster zu wählen. Es kann überdies eine Betreffzeile eingefügt werden. Diese sollte aber unter der Grußformel platziert und durch ein RE (“with reference to“) eingeleitet werden.

Das Resume sollte im besten Fall eine, maximal aber zwei Seiten lang sein und bildet das wichtigste Dokument der Bewerbung. Es wird ein rückwärtschronologischer Aufbau bevorzugt, das heißt, das Resume beginnt mit der aktuellen Tätigkeit.

Achtung! Aufgrund der strengen amerikanischen Antidiskriminierungsgesetze darf Folgendes auf keinen Fall in der Bewerbung enthalten sein:
Bewerbungsfoto

  • Alter
  • Religion
  • Nationalität
  • Familienstand
  • Kinder

Außerdem ist ebenfalls eine Unterschrift unter dem Resume nicht üblich.

Spanischsprachige Länder Latein- und Südamerikas

Für die Bewerbung reichen Anschreiben und Lebenslauf. Weitere Dokumente werden erst auf Anfrage eingereicht.

Das Bewerbungsschreiben sollte kurz und knapp gehalten werden. Praktische und berufliche Erfahrungen stehen im Vordergrund. Pluspunkte können durch persönliche oder berufliche Verbindungen in das jeweilige Land gesammelt werden. Diese zeigen dem Personaler die Motivation für die Arbeit im Ausland.

Die Vita ist in der Regel rückwärtschronologisch aufgebaut und solle maximal zwei Seiten umfassen. Es empfiehlt sich zudem, Referenzen anzugeben. Wenn keine spanischsprachigen Referenzen vorhanden sind, sollten diese schriftlich eingeholt und ins spanische übersetzt werden. Es ist üblich genaue Angaben zur Person, beispielsweise Alter, Nationalität und Familienstand zu machen. Ein Foto ist ebenso gerne gesehen.

Brasilien

Persönlicher Kontakt ist hier das A und O. Das gilt genauso für die Job-Suche. Aber auch bei den Formalitäten gibt es einige Dinge zu beachten. Zuerst sollte die Bewerbung, in jedem Fall, auf Portugiesisch verfasst werden. Zeugnisse und weitere Anlagen werden erst zum Bewerbungsgespräch mitgebracht und nicht mitverschickt.

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite und eher zurückhaltend und bescheiden formuliert sein. Nicht fehlen darf die Begründung für die Entscheidung sich im Ausland zu bewerben.

Es ist ratsam, den Lebenslauf antichronologisch aufzubauen und Referenzen anzugeben. Lücken sollten erklärt werden. Im Gegensatz zum Bewerbungsfoto sind Angaben zu Alter, Nationalität und Familienstand erwünscht.

Asien

Auf dem asiatischen Kontinent gehören Japan und China zu den vielversprechendsten Wirtschaftsnationen. Aus diesem Grund werden wir im Folgenden die Besonderheiten der Bewerbungsunterlagen dieser beiden Länder näher erläutert.

Japan

Die übliche Bewerbung in Japan erfolgt über ein Standardformular, welches im Internet oder in örtlichen Schreibwarengeschäften zu finden ist. Es hat keinen Unternehmensbezug und fordert den Bewerber auf, Standardfragen bezüglich des beruflichen Werdeganges zu beantworten. Trotz geringer Erfolgschancen, empfiehlt sich für die Bewerbung bei japanischen Firmen dieser Weg. Vielversprechender sind hingegen Bewerbungen bei deutschen oder anderen ausländischen Firmen, die in Japan agieren. In dem Fall empfiehlt sich eine Bewerbung mit einer traditionellen Bewerbungsmappe. Diese enthält ein Bewerbungsschreiben, den Lebenslauf, Zeugnisse sowie ein Empfehlungsschreiben und sollte in Englisch verfasst sein.

Es ist ratsam das Anschreiben kurz zu halten und zurückhaltend zu formulieren. Wer mit seinen Qualifikationen zuviel prahlt, wird schnell als arrogant abgestempelt. Teamfähigkeit ist jedoch ein Punkt, der in Japan besonders groß geschrieben wird und in jedem Fall im Schreiben auftauchen sollte.

Die japanische Vita sollte antichronologisch aufgebaut sein und maximal zwei Seiten umfassen. Nicht fehlen dürfen detaillierte Informationen zu den besuchten Hochschulen, da Name und Reputation eine wichtige Rolle spielen.

China

Die Bewerbungsmappe in China ähnelt sehr der deutschen und beinhaltet somit: Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Sie sollte in Englisch, im Optimalfall in Chinesisch verfasst sein. Chinesische Personaler lassen sich zudem durch beigefügte Empfehlungsschreiben beeindrucken, da diese eine wichtige Entscheidungsgrundlage darstellen.

Beim Bewerbungsschreiben gilt besondere Vorsicht bei der Anrede, da Titel eine überaus wichtige Rolle spielen und auf keinen Fall vergessen werden dürfen. Es ist ratsam seine Fähigkeiten und Erfahrungen deutlich zu machen, jedoch auf eine bescheidene Art und Weise. Ebenso wie in Japan gilt: Bescheidenheit hat oberste Priorität. Respekt wird sehr hochgeschrieben und sollte daher im Bewerbungsschreiben deutlich werden. Forsche Aussagen sind hier fehl am Platz.

Die Vita beinhaltet wie in Deutschland persönliche Informationen, Ausbildung und den beruflichen Werdegang. In der Regel ist er antichronologisch aufgebaut. Sprachkenntnissen sowie besonders verhandlungssicheren Englischkenntnissen werden eine hohe Bedeutung beigemessen. Ebenso sind Auslandserfahrungen, vor allem im asiatischen Raum, von enormem Vorteil. Es gilt zu beachten, dass der Lebenslauf lückenlos sein sollte, da sich dies sonst negativ auf die Bewerbung auswirkt.

Australien

In Australien sind zu umfangreiche Bewerbungsunterlagen ein direktes Ausschlusskriterium. Es ist vollkommen ausreichend, lediglich ein Schreiben (Cover Letter) und ein Lebenslauf (Curriculum Vitae) einzureichen.

Im Anschreiben sollten Sie klar herausstellen, warum Sie für das Unternehmen und insbesondere für die offene Stelle am besten geeignet sind. Ein kleiner Tipp: Übertreiben Sie es nicht mit Ihren Fähigkeiten. Multitalente gelten schnell als überqualifiziert. Australische Personaler befürchten somit Sie wieder schnell als Arbeitnehmer zu verlieren und sortieren Sie von vornherein aus.

Die Vita sollte antichronologisch aufgebaut sein und kommt getrost ohne Bewerbungsfoto aus. Üblich ist ein sehr ausführlicher Referenzen-Abschnitt, da Beziehungen und Netzwerke in Australien eine sehr wichtige Rolle im Berufsleben spielen.

Hier geht es zu den restlichen Artikeln der Serie „Bewerbung im Ausland“ :

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