Tatoos, Dresscode
© Annie Spratt

Du hast dich nach deiner Bewerbung noch nicht mit dem Dresscode beim Vorstellungsgespräch auseinandergesetzt? Spätestens nach der Einladung zu einem Bewerbungsgespräch wird es aber Zeit! Worauf musst du beim Outfit besonders achten? Hier erhältst du Antworten auf die wichtigsten Themen und häufigsten Fragen rund um den Dresscode beim Vorstellungsgespräch.

Passt mein Lieblings-Outfit zum Dresscode des Unternehmens?

Das hängt davon ab, was dein Lieblings-Outfit ist und wohin du deine Bewerbung geschickt hast. Du solltest dich bei einem Vorstellungsgespräch auf jeden Fall wohlfühlen, allerdings stellen Jeans, Jogginghose & Co. ein absolutes Tabu dar. Trage keine zu enge oder zu weite Kleidung. Dein Outfit muss ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Selbstverständlich muss sich deine Kleidung in gewaschenem, gebügeltem und einwandfreiem Zustand befinden. Gleiches gilt für die Wahl deiner Schuhe. Löcher und Flecken haben bei einem Vorstellungsgespräch nichts zu suchen!

Überzeuge deinen potenziellen neuen Arbeitgeber durch Kompetenz und nicht durch zu reizvolle Kleidung, z. B. durch einen kurzen Rock oder einen tiefen Ausschnitt. Falls du dich für einen knielangen Rock entscheidest, vergiss deine Strumpfhose nicht, denn nackte Beine sind bei einem Vorstellungsgespräch fehl am Platz. Selbstverständlich ist das Tragen von Unterwäsche, diese sollten Sie dem Personaler allerdings nicht offen zeigen.

Dürfen Tattoos und Piercings sichtbar sein?

Das kommt immer auf die Branche an, in der du dich bewirbst. Da Tattoos sich zunehmender Beliebtheit und Akzeptanz erfreuen, sind sie in den meisten Berufen kein Problem mehr. In Jobs mit viel Kundenkontakt oder in eher konservativen Branchen wie dem Bankenwesen solltest du deine Tattoos lieber verbergen. Falls du Tattoos an Stellen hast, die du schwer durch Kleidung verdecken kannst, z. B. an deiner Hand, solltest du mit Fragen diesbezüglich rechnen.

Was muss ich bei meinen Händen und Fingernägeln beachten?

Halte deine Hände und Nägel sauber, wasche sie gründlich. Achte darauf, dass deine Nägel kurz und ordentlich geschnitten sind. Entscheide dich am besten für ein natürliches Aussehen, indem du neutrale Nagellackfarben wählst oder ganz auf Nagellack verzichtest. Vermeide zu auffälliges Nageldesign oder zu lange künstliche Nägel. Pflege deine Nägel, indem du sie feilst und deine Haut mit Handcreme geschmeidig hältst. Halte auch den Schmuck zurückhaltend, um potenzielle Ablenkungen zu minimieren. Letztendlich ist es wichtig, ein professionelles und gepflegtes Erscheinungsbild zu präsentieren, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Je mehr Parfum, desto besser rieche ich, richtig?

Falsch! Weniger ist mehr. Am besten wäre jedoch, gar kein Parfum zu verwenden. Du willst dein Gegenüber im Vorstellungsgespräch schließlich nicht einnebeln. Nicht vergessen solltest du Deo, denn einen bleibenden Eindruck möchtest du nur durch deine Kompetenzen hinterlassen. Um Mundgeruch zu vermeiden, kannst du kurz vorher ein Kaugummi kauen, dieses solltest du aber vor dem Gespräch wieder ausspucken. Zudem können Kaugummis ein gutes Mittel gegen Nervosität sein. Verzichte außerdem auf eine Zigarette zuvor, denn hier kann dir kein Kaugummi helfen. Freuen dich stattdessen lieber auf eine „Zigarette danach“.

Welche Farben eignen sich besonders für meine Kleidung?

Die Farbe deiner Kleidung spielt eine große Rolle bei der Beurteilung deiner Person für eine potenzielle Karriere. Durch deine Farbwahl kannst du beeinflussen, wie du auf deinen Chef, Kollegen oder andere wirkst. Neben den Farben gilt es, auf Kontraste zu achten. Hell-Dunkel-Effekte sind für ein erstes Bewerbungsgespräch besonders geeignet, da sie eine starke Präsenz und Durchsetzungsvermögen zeigen. Auf zu auffällige Muster solltest du lieber verzichten, da diese von deiner bisher überzeugenden Bewerbung ablenken. Falls du dich für eine Krawatte entscheidest, darf diese keinesfalls bunt gemustert oder geblümt sein. Gleiches gilt für dein Hemd oder deine Bluse.

Hier einige Tipps für dein Outfit:

  • Verzichte auf schwarze Kleidung in einem ersten Gespräch, denn so wirkt dein Business-Outfit autoritär und streng. Ein schwarzer Anzug oder ein schwarzes Kostüm sind zudem eher für andere Anlässe wie eine Beerdigung vorgesehen.
  • Die Farbe Grau ist hingegen sehr gut für einen Anzug oder ein Kostüm geeignet, denn diese ist dezent und zurückhaltend. So kann sich dein Gegenüber auf dich als Bewerber konzentrieren. Setze zu dieser Farbe einen Kontrast, sonst lässt dich ein grauer Anzug oder ein graues Kostüm wie eine graue Maus erscheinen.
  • Mit einem weißen Kleidungsstück in deinem Outfit, zum Beispiel einer weißen Bluse oder einem weißen Hemd, liegst du genau richtig. Die Farbe wirkt rein, einheitlich und aufrichtig.
  • Braun gilt es zu vermeiden, da diese Farbe als zu lässig empfunden wird.
  • Ein blaues Kleidungsstück ist für ein passendes Business-Outfit sehr zu empfehlen, da es Loyalität und Kontrolle signalisiert. Trage also beispielsweise einen dunkelblauen Anzug oder ein dunkelblaues Kostüm mit einem weißen Hemd oder weißen Bluse als Kontrast kombiniert. Auch die Krawatte kann Blautöne enthalten.
  • Grelle Farben wie beispielsweise Rot und Gelb sind bei einem Bewerbungsgespräch fehl am Platz, da sie zu auffällig und aufdringlich sind.
  • Grün wirkt zwar konservativ, kann dein Gegenüber aber beruhigen und erfrischen. Eine gute Kombi zu einem grünen Hemd ist ein grauer bzw. anthrazitfarbener Anzug.
  • Deine Schuhe sollten farblich zu deiner Kleidung passen. Am besten geeignet sind Lederschuhe in Schwarz oder Braun für männliche Bewerber, für Frauen bieten sich nicht zu hohe Schuhe in den gleichen Farben an.

Da du deine Bewerbung wahrscheinlich entweder auf dem Postweg oder per E-Mail verschickt hast, konntest du dir bisher kein eigenes Bild vom Unternehmen machen.

Hilfreich für die Vorbereitung deines Outfits sind deshalb folgende Tipps:

  • Informiere dich auf der Unternehmens-Website über das passende Business-Outfit.
  • Orientiere dich an der Branche und an der Position, in die sich der potenzielle neue Job einordnen lässt.
  • Sei besser overdressed als underdressed.

Die wichtigsten Themen und Fragen rund um den Dresscode beim Vorstellungsgespräch sind nun beantwortet. Befolgst du die genannten Tipps und überzeugst in der Bewerbung und im Gespräch mit deiner Kompetenz, steht einer Zusage für den Job und einer Karriere in dem Unternehmen nichts mehr im Weg. Falls du bezüglich deines Stylings unsicher bist, haben wir natürlich auch einige hilfreiche Tipps für dich!

Was muss ich beim Make-up beachten?

Ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr, denn ein gutes Make-up sieht man nicht. Du gehst schließlich zu einem Vorstellungsgespräch, nicht auf die nächste Party. Hier einige Tipps, die dir zu einem angemessenen Make-up verhelfen:

      • Beim Make-up können die Farben aus deinem Outfit aufgegriffen werden. Verwende für den perfekten Look beispielsweise den Grau-Ton deiner Bluse als Lidschatten.
      • Achte beim Lippenstift auf dezente Farben oder greife auf farbloses Lipgloss zurück.
      • Rouge darf für eine gesunde Gesichtsfarbe natürlich nicht fehlen, trage es jedoch für eine natürliche Röte nur ganz dezent auf.
      • Falls du unsicher beim Styling bist, schau am besten YouTube-Videos für ein gelungenes Make-up beim Vorstellungsgespräch.

Welche Accessoires sind geeignet?

Reduziere deinen Schmuck und bleibe bei neutralen und dezenten Farben, z. B. bei Gold oder Silber. Als Faustregel kannst du dir merken, dass du maximal drei Schmuckstücke tragen solltest. Verzichte möglichst auf Mode-Schmuck, da dieser billig und für eine potenzielle Karriere unangemessen wirken könnte.

Ein Gürtel und eine Armbanduhr für die Herren, eine schlichte Kette, Ohrringe und ein schmales Armband für die Damen als Accessoires, reichen völlig aus. Du willst schließlich nicht durch zu viel Bling-Bling an deiner Kleidung auffallen, sondern mit deinen Kompetenzen überzeugen.

Nicht vergessen solltest du beim Styling deine Schuhe. Für Frauen sind flache Schuhe oder solche mit einem kleinen Absatz am besten geeignet. Zu hoch sollten sie jedoch nicht sein. Männliche Bewerber treffen mit schlichten, farblich angepassten Leder-Schuhen die richtige Entscheidung bei ihrem Outfit.

Je länger mein Bart, desto eindrucksvoller wirke ich. Oder?

Das kommt ganz darauf an. Abhängig von dem Job, für den du dich bewirbst, musst du deinen Bart entweder abrasieren oder stutzen. Bewirbst du dich für eine gehobene Position in einem Unternehmen, solltest du dich am besten von deinem Bart trennen. Ist mit dem potenziellen Job allerdings kein Kundenkontakt verbunden oder herrscht eine lockere Arbeitsatmosphäre im Unternehmen, ist eine Rasur nicht unbedingt nötig. Falls du dir unsicher bist und beim Styling nicht weiterweißt, gilt auch hier das Motto: Weniger ist mehr.

Muss ich vorher noch zum Friseur?

Jein. Ein Friseurbesuch ist kurz vor einem Vorstellungsgespräch nicht unbedingt notwendig, insofern dieser nicht allzu lang zurückliegt. Überlegen dir gut, welchen Eindruck du als Bewerber bei deinem potenziellen Arbeitgeber durch dein Styling und Outfit hinterlassen möchtest.

Als Frau empfiehlt es sich, die Haare zum Pferdeschwanz zusammenzubinden. Studien haben herausgefunden, dass Frauen mit Zopf eher männliche Attribute zugeschrieben werden und sie deshalb als kompetenter wahrgenommen werden, als Frauen, die ihre Haare offen tragen. Der zusätzliche Vorteil eines Zopfes ist, dass du während des Vorstellungsgesprächs nicht nervös an deinen Haaren spielen kannst oder sie dir ständig ins Gesicht fallen. So kannst du dich ganz auf das Wesentliche konzentrieren: deine Kompetenzen.

Für den männlichen Bewerber empfiehlt sich durchaus auch ein wenig Styling vor dem Vorstellungsgespräch. Tritt nicht als Schmalzlocke auf, jedoch ist Gel für den richtigen Halt sinnvoll. Dein Friseurbesuch sollte nicht länger als 3 Wochen zurückliegen.

Ein Jutebeutel unterstreicht meine Öko-Einstellung. Oder?

Eine solche Einstellung zu haben, ist an sich nicht falsch. Jedoch solltest du in einem ersten Vorstellungsgespräch aufgrund deines Outfits und deines Auftretens Seriosität ausstrahlen, damit deiner Karriere nichts im Wege steht. Besser als ein Jutebeutel ist hier eine angemessen große Handtasche im Business Look. Gut vorbereitet für dein Bewerbungsgespräch bist du zudem, wenn du einen Notizblock und einen Stift dabei hast. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Achten darauf, keinen Stift mit dem Logo einer Konkurrenz-Firma zu benutzen.

Wenn du diese Tipps bezüglich deines Stylings beachtest, sollte dein Business-Outfit für ein Bewerbungsgespräch perfekt sein. Insofern du zudem deine Kleidung mit Bedacht wählst und diese mit deinem Styling gut kombinierst, steigen deine Chancen auf eine Karriere. Jetzt liegt es an dir, das Unternehmen nach deiner erfolgreichen Bewerbung von deinen Kompetenzen und Fähigkeiten für einen Job zu überzeugen.

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*In diesem Artikel verwenden wir aus Gründen der Lesbarkeit und Textfluss die männliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern. Dies soll jedoch keineswegs eine Benachteiligung der anderen Geschlechter implizieren. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Danke für dein Verständnis.