Vorstellungsgespräch Fiese Fragen im Bewerbungsgespräch

Veröffentlicht am Februar 16th, 2016 | von Fabian

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Fiese Fragen im Vorstellungsgespräch – wie Sie durch Souveränität kontern

unsicherer Mann

Ryan McGuire – gratisography.com

Die erste Hürde auf Ihrem Weg zum Traumjob haben Sie überstanden: In einem Vorstellungsgespräch möchte Ihr potenzieller Arbeitgeber Sie genauer kennen lernen. Besonders beliebt sind Fragen, die Sie als Bewerber auf Stressresistenz sowie Souveränität testen. Wie Sie in einem solchen Fall geschickt antworten, verrät Ihnen dieser Beitrag.

Haben Sie sich noch anderweitig beworben?

Einerseits möchte Ihr Gesprächspartner mit dieser Stichelei Ihr Selbstbewusstsein sowie die Ernsthaftigkeit Ihres Interesses testen. Andererseits dient Ihre Antwort ihm dazu, abzuschätzen, wie schnell er sich für Sie entscheiden müsste. Es ist deshalb wichtig, ehrlich und offen zu antworten, dabei aber nicht zu viel preiszugeben. Sollte der Bewerbungsprozess in einem anderen Unternehmen bereits weiter fortgeschritten sein oder Ihnen wurde bereits eine Stelle angeboten, ist es nur fair, dies auch Ihrem Gesprächspartner mitzuteilen. Nur so kann er den zeitlichen Druck gut abschätzen und sich dementsprechend um eine Entscheidung bemühen.

Was war Ihr größter Fehler?

Bei einer Frage nach Ihrem größten Misserfolg prüft der Gesprächspartner wichtige Fähigkeiten wie Selbstreflexion und Kritikfähigkeit. Es kann durchaus hilfreich sein, sich bereits im Voraus ein Beispiel aus dem beruflichen Umfeld zu überlegen sowie zu betonen, dass Sie aus diesem Fehler gelernt haben und ihn kein zweites Mal begehen.

Wie wichtig ist Ihnen das Gehalt?

Es gilt, ein gesundes Mittelmaß zu finden: Ist ein hohes Gehalt der einzige Weg, Sie zu einer guten Leistung zu bewegen? Oder haben Sie so viel Spaß an Ihrer Arbeit, dass ein geringerer Lohn Ihnen nichts ausmacht? In beiden Fällen sollten Sie dies nicht im Bewerbungsgespräch so nennen. Drücken Sie stattdessen aus, dass Geld für Sie eine Rolle spielt, jedoch eine untergeordnete. Stellen Sie klar, dass Sie Ihren Job gern machen und am Erfolg des Unternehmens interessiert sind. Ihre Arbeit sowie Ihre Qualifikationen sollten dementsprechend entlohnt werden.

Was haben Sie zwischen … und … gemacht?

Büro

Startup Stock Photo – stocksnap.io

Lücken im Lebenslauf sollten Sie vermeiden. Kommt es doch einmal dazu, muss das nicht das Aus für Ihre Bewerbung bedeuten. Da Zeiten der Nichtbeschäftigung immer Raum für Spekulationen darstellen, ist es wichtig, eine plausible Erklärung abzugeben. Statt diese Zeiten dem Personaler schlichtweg zu verschweigen, zu beschönigen oder gar zu lügen, sollten Sie immer bei der Wahrheit bleiben und diese möglichst positiv formulieren. Ob Krankheit, Auslandsaufenthalt oder Elternzeit – mit der richtigen Erklärung und Ehrlichkeit stellen diese Auszeiten für den Personaler kein relevantes Problem mehr dar.

Wie lange suchen Sie schon nach einer Stelle? Warum suchen Sie schon so lange?

Je länger Ihre Stellensuche andauert, desto misstrauischer wird der Personaler. Er schließt beispielsweise auf mangelnde Initiative oder unterstellt Ihnen grundsätzliche Probleme in Ihrer Lebens- und Berufsplanung. Eine ehrliche und, wenn nötig, selbstkritische Antwort ist bei dieser Frage essenziell. Eine längere Stellensuche ist in fast allen Branchen üblich und zeugt zudem von Zielstrebigkeit sowie dem Anspruch, nicht irgendeinen Job zu suchen, sondern eine Anstellung die zu Ihren Stärken passt und Ihnen Spaß macht.

Wieso haben Sie so lange studiert?

Eine längere Ausbildungszeit kann viele Gründe haben: ein oder mehrere Fachwechsel, Auslandsaufenthalte, Praktika, Nebenjobs zur Finanzierung des Studiums. Achten Sie jedoch darauf, nicht in der Uni, Ihren Mitstudenten oder einem bestimmten Dozenten den Sündenbock für Ihr langes Studium zu suchen. Aufrichtig und selbstbewusst Ihre Gründe darzulegen ist der einfachste Weg, den Personaler zu überzeugen – trotz überschrittener Regelstudienzeit.

Wenn Sie noch einmal von vorne anfangen könnten…

Diese Frage verunsichert zunächst, sodass Ihre Selbstsicherheit gefragt ist. Verweisen Sie auf den „roten Faden“ in Ihrem Lebenslauf und kritisieren Sie kleinere Punkte, die eher wenig mit der angestrebten Position zu tun haben. Plötzlich seinen gesamten Ausbildungsweg in Frage zu stellen und wichtige Schritte zu bedauern, lässt schnell an Ihrer Entschlossenheit zweifeln.

Haben Sie noch Fragen an uns?

Auf diese Frage gegen Ende des Gesprächs mit einem schlichten „Nein“ zu antworten ist fatal. Durch Rückfragen zeigen Sie echtes Interesse, beweisen eine gute Vorbereitung und haben zudem die Möglichkeit, mehr über das Unternehmen sowie Ihre angestrebte Stelle zu erfahren. Es macht durchaus Sinn, sich im Vorfeld einige Fragen zu überlegen. Achten Sie jedoch darauf, ob diese bereits im Vorstellungsgespräch beantwortet werden, um peinliche Fehltritte zu vermeiden. Fragen zu möglichen Fortbildungen und Entwicklungsmöglichkeiten, Einarbeitung oder den langfristigen Unternehmenszielen zeigen Eigeninitiative und hinterlassen einen positiven Eindruck. Tabu sind an dieser Stelle Fragen zu Zuschlägen oder Urlaubstagen, die Ihre Motivation für den Job in ein unvorteilhaftes Licht rücken.

Allgemein gilt es, auch bei kniffligen Fragen, Ruhe zu bewahren und die eigenen Emotionen zu kontrollieren. Außerdem ist es wichtig, sich eventuelle Fehler einzugestehen sowie Verantwortung zu übernehmen. Dem Personaler geht es in erster Linie meistens nicht um den Inhalt Ihrer Antwort auf diese unangenehmen Fragen, sondern um Ihre Reaktion auf stressige Situationen.

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