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Veröffentlicht am Oktober 2nd, 2014 | von Fabian

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Die Bewerbungsformen – Wann wird welche gebraucht?

Im richtigen Boot sitzen bei der Jobsuche

©Pexels Miguel Á. Padriñán

Als Arbeitssuchender im Ozean der Bewerber hat man es nicht leicht: Mal gibt es interessante Jobangebote, mal herrscht Flaute auf der rauen See. Und wenn ich nicht vorankomme, stelle ich mir die Frage, ob ich nicht im falschen Boot sitze, um im Wettrennen um die besten Jobs in den Hafen der Karriere zu fahren und auf ein Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Damit meine ich: Welche Bewerbung sollte ich wählen, um mein Ziel zu erreichen? Hier finden Sie Tipps, wie Sie die richtige Bewerbung zum richtigen Zeitpunkt einsetzen

Den Bewerbern wurden einige Werkzeuge in die Hand gegeben, darunter auch die verschiedenen Bewerbungsformen:

Kurzbewerbung
Bewerbungsflyer
telefonische Bewerbung
Initiativbewerbung
Anonyme Bewerbung
Online-Bewerbung
digitale Bewerbung
klassische Bewerbungsmappen
• …

– Die Liste ist lang. Leider weiß niemand diese Formen so richtig zu nutzen und versinkt mit seinem Floß in den Tiefen der gescheiterten Bewerber. Daher haben wir einige Bewerbungsformen unter die Lupe genommen, auf ihre „Hochseetauglichkeit“ getestet und geben Ihnen interessante Bewerbungstipps. Natürlich brauchen Sie für eine gute Bewerbung einen gelungenen Lebenslauf, ein einwandfreies Anschreiben und ein ansprechendes Bewerbungsfoto. Aber auch aus der Form lässt sich einiges herausholen.

Die Kurzbewerbung – das Motorboot unter den Bewerbungen

Eine Kurzbewerbung ist eine reduzierte Form der Bewerbung. Lebenslauf und Anschreiben werden auf zwei Seiten verteilt. Das Anschreiben und die Angaben im Lebenslauf sind so kurz wie möglich gehalten. Ziel einer Kurzbewerbung ist die erste Präsentation des Bewerberprofils. Mehr zum Inhalt einer Kurzbewerbung finden Sie auch hier.

Wie hochseetauglich ist die Kurzbewerbung ?

Wenn Sie eine nur zweiseitige Bewerbung unaufgefordert als Antwort auf ein Stellengesuch an ein Unternehmen versenden, bekommen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine Absage. Eine Kurzbewerbung wirkt an dieser Stelle so, als hätten Sie nach dem Motto „Quantität anstatt Qualität“ einfach auf 50 Stellenausschreibungen dieselben Bewerbungsunterlagen verschickt.

Eine Kurzbewerbung ist wie ein kleines Motorboot: Sie ist schnell verfasst und verschickt, man gerät mit ihr aber auch schneller in Seenot.

Auf Jobmessen kann sie dafür glänzen, denn hier unterstützt sie den Bewerber dabei, sich den Personalverantwortlichen vorzustellen und diesen im Gedächtnis zu bleiben. Sie schicken nach positiver Rückmeldung
dann die vollständige Bewerbungsmappe nach.

Fazit:Die Kurzbewerbung schafft es nicht alleine auf offener See, im Binnen-Meer der Jobmessen ist sie allerdings eine effiziente Bewerbungsmethode.

Der Bewerbungsflyer – das Motorboot aus Gummi

Von einem Bewerbungsflyer als Bewerbungsform hat noch nicht jeder gehört, dabei ist er noch raffinierter als eine Kurzbewerbung. Es handelt sich dabei um eine doppelt bedruckte Seite, oft im DIN-A4 Format. Auch hier sind Lebenslauf und Anschreiben nur kurzgefasst. Ein schönes Design und Layout rundet die handliche Bewerbung ab. Welcher Inhalt genau in einen Bewerbungsflyer gehört, finden Sie hier.

Wie hochseetauglich ist der Bewerbungsflyer?

Wir haben ihn nicht umsonst Gummi Motorboot getauft. Wie die Kurzbewerbung hat der Flyer als Ersatz für eine vollständige klassische Bewerbung keine Chance auf der rauen See. Stattdessen macht sich dieser auf Kontaktveranstaltungen von Unternehmen besonders nützlich. Er ist noch handlicher als die Kurzbewerbung und fasst das Profil kurz und einprägsam zusammen. Dabei sind der Form wenig Grenzen gesetzt. Sogar im Postkartenformat ist diese Bewerbung möglich.

Fazit: Alleine geht der Bewerbungsflyer genau wie die Kurzbewerbung unter. Wird nach Kontaktaufnahme zusätzlich eine vollständige Bewerbung geschickt, sind diese Formen nützlich, um schnell das Terrain zu erkunden.

Die telefonische Bewerbung – der Torpedo

Ein Torpedo ist eigentlich kein Boot, und eine telefonische Bewerbung unterscheidet sich ebenso von der klassischen Bewerbung. Bewerben per Telefon erfordert Mut und Souveränität in der Stimme. Eine telefonische Bewerbung ist dabei meistens nur der Auftakt für eine vollständige Bewerbungsmappe. Auch möglich ist, dass das Unternehmen telefonische Bewerberinterviews durchführt, dies ersetzt dabei ein erstes Vorstellungsgespräch. Einen Musterdialog zur telefonischen Kontaktaufnahme finden Sie hier.

Wie hochseetauglich ist Ihre telefonische Bewerbung?

Die Bewerbung per Telefon ist wie ein Torpedo: Sie trifft ihr Ziel gewaltig und hat geringe Wahrscheinlichkeit, bereits unterzugehen. Allerdings kommt der Bewerber damit nicht im Zielhafen des Unternehmens an, sondern nimmt erstmal nur Kontakt auf.

Fazit: Bewerben durch ein Telefonat ist ein gelungener Start in den Bewerbungsprozess. Je souveräner das Telefonat, desto länger bleibt der Bewerber in Erinnerung.

Die Initiativbewerbung – das Segelschiff

Eine initiative Bewerbung erfordert viel Arbeit. Da diese nicht passend auf eine Stellenausschreibung geschrieben wird, müssen Informationen und Ansprüche des gewünschten Arbeitgebers selbstständig recherchiert werden. Dabei sollte man sich und seine Fähigkeiten dem Personaler geschickt verkaufen, damit für Sie eine Stelle geschaffen wird. Ein Muster für das Anschreiben in der Initiativbewerbung finden Sie hier.

Wie hochseetauglich ist die Initiativbewerbung?

Mit vollständigen Unterlagen eröffnet Ihnen diese Bewerbungsform neue Möglichkeiten. Dort, wo die Motoren der anderen versagen, schaffen Sie es unter Aufwendung Ihrer eigenen Kraft zu neuem Terrain. Die Initiativbewerbung ist sozusagen der Entdecker unter den Bewerbungsformen. Dabei ist Ihr Erfolg nicht garantiert. Mit vorherigem telefonischem Kontakt können Sie die initiative Bewerbung jedoch effizienter gestalten.

Fazit: Diese Bewerbungsform eignet sich, um Neues zu entdecken und sich von dem Rennen auf die Stellenausschreibungen zu lösen. Da die Fahrt ins Ungewisse geht, gibt es jedoch keinen Erfolgsgaranten.

Die anonyme Bewerbung – das U-Boot

Die anonyme Bewerbung macht viel um sich reden, gesehen hat sie jedoch kaum einer – zumindest in Deutschland. Diese Bewerbung verzichtet auf alle Daten, die der Arbeitgeber diskriminierend bewerten könnte. Also eine Bewerbung ohne Namen, Alter, Geschlecht, Nationalität und Bewerbungsfoto. Hier werden die nackten Fakten präsentiert.

Wie hochseetauglich ist eine anonyme Bewerbung?

Bis jetzt wird selten dazu aufgefordert, eine anonyme Bewerbung zu versenden. Versendet man als einziger anonyme Unterlagen, so ist man den Personalbeauftragten weniger präsent, sozusagen untergetaucht. Kann man die Arbeitgeber mit einem spannenden Lebenslauf jedoch auf sich aufmerksam machen, werden diese vielleicht neugierig und laden trotzdem zu einem Vorstellungsgespräch ein, um den Bewerber kennenzulernen.

Fazit: Eine anonyme Bewerbung kann bei Personalern Unsicherheit auslösen, da sie sich kein Bild von dem Bewerber machen können. Hat dieser einen besonders bemerkenswerten Werdegang, kann dies den Arbeitgeber trotzdem neugierig machen. Trotzdem bleibt dem Personaler die Frage: „Warum hat der Bewerber Daten anonymisiert? Da stimmt doch etwas nicht.“ Eine anonyme Bewerbung also am besten nur versenden, wenn danach gefragt wird. Dann ist sie ein Muss.

Die Online-Bewerbung – die Fähre

Viele Unternehmen bieten mittlerweile Online-Formulare zur Bewerbung an. Dabei wird es den Unternehmen leichter gemacht, die Bewerber in Datenbanken einzutragen. Häufig soll eine Datei mit Anschreiben und Lebenslauf angehängt werden. Wir betrachten hier erstmal nur das Formular.

Wie hochseetauglich ist die Online-Bewerbung?

Davon abgesehen, dass sie es dem Arbeitgeber einfacher macht, die Bewerber zu kategorisieren, gehen eine Menge individuelle Gestaltungsmöglichkeiten verloren. Auch für den Bewerber ist die Bewerbung per Formular schnell und kostengünstig. Jeder Bewerber wird hier an denselben Fähigkeiten gemessen, seine Stärken und Schwächen vorteilhaft zu präsentieren ist hier daher eher schwierig. Alle sitzen also im selben Boot.

Fazit: Wenn ein Online-Formular existiert, ist es auch Pflicht. Jeder, der nicht im Boot sitzt, wird nicht beachtet. Leider gehen dabei Möglichkeiten verloren, die eigene Persönlichkeit besonders herauszustellen.

Die digitale Bewerbung- mit dem Frachtflugzeug bewerben

Einige Unternehmen bieten den Bewerbern an, die Bewerbung per E-Mail als Datei zu versenden. Diese enthält dabei alle Bestandteile, die auch eine Mappe per Versand enthalten würde. Meistens drucken die Unternehmen die Bewerbung trotzdem aus, um Markierungen und Notizen machen zu können. Mittlerweile werden auch Bewerbungsvideos an Unternehmen digital versendet. Zur digitalen Bewerbung zählen auch Profile auf Xing oder LinkedIn, die dann von den Recruitern gefunden werden. Die sind allerdings nicht gezielt, sondern schwimmen wie eine Boje permanent im Bewerber-Meer.

Die Hochseetauglichkeit

Eine digitale Bewerbung ist für Sie die schnellere Version einer klassischen Bewerbungsmappe. Sie können Ihre Unterlagen schnell versenden, nachdem Sie sie am PC geschrieben haben. Etwas umständlich ist nur die digitale Unterschrift und das Einscannen der Zeugnisse. Wenn Sie Pech haben, geht sie allerdings beim Unternehmen verloren. Oft werden E-Mail Bewerbungen versendet und erhalten nie eine Rückmeldung. Abhilfe schafft dagegen eine kurze telefonische Kontaktaufnahme vor der Bewerbung.

Fazit: Digital bewerben ist schnell und effizient. Allerdings sind Bewerbungsunterlagen per E-Mail auch schnell im Bermuda-Dreieck der Spam Ordner, E-Mail Konten und Papierkörbe verschollen und tauchen nie wieder auf.

Die klassische Bewerbungsmappe – der Frachter

Als der Klassiker unter den Bewerbungsformen bietet sie Platz für einen ausführlichen Lebenslauf und alle Zeugnisse. Mit einer geschickt gewählten Mappe wird sie per Post versendet und wartet in den Briefkästen der Arbeitgeber darauf, Ihnen den Start in Ihre Karriere zu ermöglichen.

Die Hochseetauglichkeit des Klassikers

Um alle Ihre Unterlagen sicher an das Ziel zu bringen, ist die klassische Bewerbungsmappe die richtige Bewerbungsform. Für alle möglichen Jobs und Stellenausschreibungen ist dies die korrekte Bewerbungsform. Sie braucht allerdings auf dem Postweg auch länger als beispielsweise eine digitale Bewerbung. Dafür ist sie die bewährte Methode. Auch hier lohnt sich immer ein erster Kontakt per Telefon mit dem Unternehmen. Wer ganz sicher gehen will, bringt die Mappe persönlich beim Unternehmen vorbei. Nachteil ist, das Unternehmen zur Vervielfältigung alles erst Einscannen müssen. Eine Kombination aus klassischer und digitaler Bewerbung ist daher ideal.

Fazit: Eine klassische Bewerbung ist die „Nummer Sicher“ der Bewerbungen, erfordert allerdings auch die meiste Arbeit. Wer die Gewässer erst austesten will, sollte dem Personaler einen Bewerbungsflyer oder eine Kurzbewerbung reichen.

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